Nördliche Bauherren, die in Spanien ein Ferienhaus sanieren oder neu bauen, entscheiden sich häufig bewusst für eine klassische mediterrane Dachdeckung mit Mönch-und-Nonnen-Ziegeln (Teja árabe). Das Detail wirkt auf den ersten Blick simpel – in der Planung gibt es aber ein paar Punkte, die regelmäßig unterschätzt werden.
Wie viel Aufbauhöhe die Deckung tatsächlich braucht
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Aufbauhöhe im Dachschnitt. Der einzelne gebogene Ziegel hat je nach Format meist eine Profilhöhe von etwa 6 bis 7 cm. Für die reine sichtbare Ziegellage sollte im architektonischen Schnitt aber mit etwa 8 bis 10 cm gerechnet werden – für eine sichere Vorplanung empfiehlt sich, mit 10 cm anzusetzen, insbesondere bei unregelmäßigen, rustikalen Ziegeln, wo auch bis zu 12 cm realistisch sein können.
Wichtig dabei: Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf die sichtbare Ziegeldeckung. Unterkonstruktion beziehungsweise Traglattung, eine eventuelle Mörtel- oder Befestigungsebene, Konterlattung, Hinterlüftung und Unterdach kommen zusätzlich obendrauf. Wer diese Schichten in der Schnittplanung vergisst, gerät später bei Traufe, Ortgang oder Anschlusshöhen an Fenster in unangenehme Maßdiskrepanzen.
Warum das für Dachfenster und Öffnungen relevant ist
Wird zusätzlich zur klassischen Ziegeldeckung ein Dachfenster oder Dachschiebeelement eingeplant, addiert sich die Aufbauhöhe der Ziegeldeckung zur ohnehin schon vorhandenen Komplexität des Anschlusses. Hersteller von Dachschiebefenstern verlangen in der Regel genaue Angaben zu Sparrenabstand, Unterkonstruktion und den vorgesehenen Lasten – erst mit diesen Informationen lässt sich die exakte Einbauhöhe und -breite des Elements final festlegen. Eine Bestellung vor Abschluss der Tragwerksplanung führt regelmäßig zu Nacharbeiten.
Praktische Konsequenz für die Planung
Wer eine Mönch-und-Nonnen-Deckung mit Dachöffnungen kombinieren möchte, sollte die vollständige Schichtenfolge – von der Unterkonstruktion bis zur sichtbaren Ziegellage – frühzeitig mit dem Tragwerksplaner und dem Hersteller der Dachelemente abstimmen, statt die Ziegelhöhe isoliert zu betrachten.